Erinnern an die Deportierten aus Hamburg 1940 bis 1945

Wo zwischen 1940 und 1945 mehr als 8.000 Juden, Roma und Sinti von Hamburg aus in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt wurden, entsteht heute der Gedenkort denk.mal Hannoverscher Bahnhof.

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Lohseplatz. Hannoverscher Bahnhof, Geschichte, Stadtgeschichte

Heute erstreckt sich der Lohsepark vom SPIEGEL-Gebäude im Norden bis zum Baakenhafen im Süden. Dort stand einst der Hannoversche Bahnhof, der 1872 eingeweiht worden war. Von dort wurden zwischen 1940 und 1945 8.071 Juden, Sinti und Roma aus Hamburg und Norddeutschland in 20 Eisenbahntransporten in die Ghettos und Vernichtungslager Ost- und Mitteleuropas verschleppt.


Drei Elemente bilden den neuen Ort des Gedenkens


vergrößern denk.mal Hannoverscher Bahnhof Die Namenstafeln sind den deportierten Juden, Sinti und Roma gewidmet. (Bild: Miguel Ferraz / HafenCity Hamburg GmbH) Als Ort des Gedenkens an dieses bisher kaum beleuchtete Kapitel der Hamburger Stadtgeschichte entsteht bis 2020 im und am Lohsepark die aus drei Elementen bestehende Gedenkstätte denk.mal Hannoverscher Bahnhof.

Neben dem zentralen Gedenkort am unter Denkmalschutz stehenden Relikt des Bahnsteigs 2 umfasst die Gedenkstätte als zweiten Ort die sogenannte „Fuge“, die vom ehemaligen Bahnhofsvorplatz (Lohseplatz) entlang dem historischen Gleisverlauf bis hin zum Bahnsteig durch den Park führt. 

Künftiges Dokumentationszentrum

vergrößern denk.mal Hannoverscher Bahnhof Geplantes Dokumentationszentrum (Bild: Wandel Lorch Architekten / HafenCity Hamburg GmbH) Drittens wird ein Dokumentationszentrum, mit einer Fläche von circa 700 Quadratmetern für Ausstellungs- und Veranstaltungsräume, errichtet. Dieses entsteht in direkter visueller Beziehung zum historischen Gedenkort auf der Westseite des Parks.

Kernelement des Dokumentationszentrums wird eine von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme geleitete Dauerausstellung zum Schicksal der deportierten norddeutschen und Hamburger Bürger sein. Sie entsteht in Anlehnung an die von der Historikerin Dr. Linde Apel konzipierte temporäre Dokumentation „In den Tod geschickt“, die seit Herbst 2013 bereits in kleiner Form im Info-Pavillon denk.mal Hannoverscher Bahnhof  zu sehen ist.

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