Hannoverscher Bahnhof
20 Deportationstransporte in den Jahren 1940 bis 1945 prägen heute das Erinnern an den ehemaligen Hannoverschen Bahnhof. Denn mit ihnen wurden 7692 Juden, Roma und Sinti aus Hamburg und Norddeutschland in die Ghettos und Vernichtungslager Ost- und Mitteleuropas verschleppt – für die allermeisten ein Weg in den Tod.
2004 legten die Wissenschaftler Dr. Linde Apel und Dr. Frank Bajohr, beide Forschungsstelle für Zeitgeschichte (Hamburg), die erste umfassende Studie zum Thema „Die Deportationen von Juden sowie Sinti und Roma vom Hannoverschen Bahnhof in Hamburg 1940-1945" der Kulturbehörde vor.
Im Frühjahr 2008 schrieben die Regierungsparteien im Rahmen der Koalitionsverhandlungen die Entwicklung einer Gedenkstätte am ehemaligen Hannoverschen Bahnhof im Koalitionsvertrag fest.
Im Februar 2009 wurde eine von Dr. Linde Apel konzipierte Ausstellung im Kunsthaus Hamburg mit dem Titel „In den Tod geschickt“ eröffnet.
„Wie wollt ihr euch erinnern?“
Junge Menschen aus Hamburg und dem Hamburger Umland beteiligen sich an der Gestaltung und an der Planung zukünftiger Angebote einer neuen Gedenkstätte in Hamburg: Dem „Informations- und Dokumentationszentrum Hannoverscher Bahnhof“ (Arbeitstitel) in der Hamburger HafenCity.
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Ausstellungskatalog
In den Tod geschickt. Die Deportationen von Juden, Roma und Sinti aus Hamburg 1940 bis 1945. (Deutsch-Englisch) »
Freiraumwettbewerb
Für die gestalterische Umsetzung des Gedenkorts werden verschiedene Wettbewerbsverfahren durchgeführt. »
Einblicke in die Ausstellung
Interviews mit Überlebenden, Fotos, Dokumente wie Briefe und Tagebücher, sowie originale Erinnerungsstücke. »
Geschichte des Bahnhofs
Der Hannoversche Bahnhof, der zunächst Pariser und Venloer Bahnhof hieß, wurde seit seiner Eröffnung im Jahr 1872 unterschiedlich genutzt: Bis 1907 verband er als Personen- und Güterbahnhof Hamburg mit dem Süden. 1906 löste ihn der neu eröffnete Hamburger Hauptbahnhof als Personenbahnhof ab. Der Hannoversche Bahnhof fungierte nun vor allem als Güterbahnhof. »
Der Bahnhof als Deportationsbahnhof
„Man schämte sich, zu dem deutschen Volke zu gehören, in selben Namen das ja alles angeblich geschieht.“ (Erwin Garvens, 1941). In den Jahren 1940-1945 diente der Bahnhof als Deportationsbahnhof. In 20 Transporten wurden mindestens 7.692 Juden, Roma und Sinti aus Hamburg und Norddeutschland in die Ghettos und Vernichtungslager Ost- und Mitteleuropas verschleppt. »
Deportation nach Bełżec
Um den 16. Mai 1940 nahm die Kriminalpolizei in Norddeutschland hunderte Roma und Sinti fest und internierte sie tagelang im Fruchtschuppen am Magdeburger Hafen. Am 20. Mai 1940 wurden 910 Personen (550 aus Hamburg, 200 aus SchleswigHolstein und 160 aus Bremen) in der ersten Deportation vom Hannoverschen Bahnhof nach Bełżec verschleppt. »
Die Täter
Für den reibungslosen Ablauf der Deportationen im nationalsozialistischen Hamburg sorgten Mitarbeiter unterschiedlicher staatlicher Behörden und Organisationen. Für die konkrete Umsetzung der Deportationen der Juden waren in enger Absprache die Geheime Staatspolizei (Gestapo), die Ordnungspolizei, das Oberfinanzpräsidium und die Reichsbahn verantwortlich. »
