Der Bahnhof als Deportationsbahnhof

Der Bahnhof als Deportationsbahnhof

„Man schämte sich, zu dem deutschen Volke zu gehören, in selben Namen das ja alles angeblich geschieht.“ (Erwin Garvens, 1941)

In den Jahren 1940-1945 diente der Bahnhof als Deportationsbahnhof. In 20 Transporten wurden mindestens 7.692 Juden, Roma und Sinti aus Hamburg und Norddeutschland in die Ghettos und Vernichtungslager Ost- und Mitteleuropas verschleppt – für die allermeisten ein Weg in den Tod.

Nicht nur nationalsozialistische Überzeugungstäter, sondern zahlreiche willfährige Mitarbeiter von Behörden, Institutionen und Privatunternehmen sorgten für den reibungslosen Ablauf der Deportationen. Die „Volksgemeinschaft“, die davon in vielerlei Hinsicht profitierte, sah überwiegend weg.

In seiner 137-jährigen Geschichte, auch als gewöhnlicher Personen- sowie als Auswanderer- und Güterbahnhof genutzt, symbolisiert der im Osten der neu entstehenden HafenCity gelegene Ort die historische Nähe von Normalität und Barbarei wie kaum ein anderer in Hamburg.

Deportation