„In den Tod geschickt“ – Ausstellung im Kunsthaus Hamburg (2009)

Erstmalig wurde mit der Dokumentation der deportierten Juden, Sinti und Roma gleichzeitig in einer Ausstellung gedacht.

Ausstellung Hannoverscher Bahhnhof

Die Ausstellung „In den Tod geschickt. Die Deportationen der Juden, Roma und Sinti aus Hamburg 1940 bis 1945“ wurde von Dr. Linde Apel im Auftrag der Kulturbehörde, in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme erarbeitet.

Bei der Ausstellungs- und Gestaltungskonzeption stand die Perspektive der Deportierten und deren Schicksal an den Deportationsorten im Mittelpunkt. Präsentiert wurden Video- und Audio-Interviews mit Überlebenden, Fotos, Dokumente wie Briefe und Tagebücher, sowie originale Erinnerungsstücke. Diese Exponate sollten den Opfern ihr Gesicht und ihre Lebensgeschichte zurückgeben, die in den anonymen Listen, Formularen und in den scheinbar "korrekten" arbeitsteilig organisierten Verwaltungsabläufen der Täter ausgeblendet wurden.

"Aber es begann im hellen Licht ..." 

Betrat der Besucher das Ausstellungsgebäude, fiel sein Blick auf den Titel der Ausstellung auf der zentralen Wandscheibe – kombiniert mit zwei Familienfotos von einer jüdischen und einer Sinti-Familie. Im Eingang zum Ausstellungsraum wurde er mit einem Zitat einer Überlebenden empfangen: "... Aber es begann im hellen Licht eines heiteren Sommertages, wie unsere Stadt nicht viele kennt ..."

Im Ausstellungsraum zentriert waren fünf Wandscheiben aufgestellt. Innerhalb dieser Raumfigur wurden die Ausstellungsinhalte an den Wänden, in Vitrinen, mit Audio- und Videostationen, in Lesemappen und an Computerstationen präsentiert.

In der Mitte jeder Wandscheibe war in Anlehnung an die Deportationszüge die stilisierte Silhouette eines historischen Eisenbahnwaggons ausgeschnitten. Der quer durch die Ausstellung verlaufende Gang durch diese Ausschnitte verband zwei weitere große Wände, die mit je einem Großfoto belegt waren. Sie zeigten den Ausgangspunkt, den Hannoverschen Bahnhof, und als Collage das Ziel der Deportationen: Die Ghettos und Vernichtungslager.

Betraten oder durchquerten die Besucher den Gang (symbolisch für den Gleiskörper), waren sie immer mit einem der beiden Bilder konfrontiert: Ausgangspunkt und Ziel, Anfang und Ende.

Anlässlich des Kirchentages 2013 wurde die Ausstellung erneut, dieses Mal am Ort des Geschehens, gezeigt: Auf dem Lohseplatz in der Hamburger HafenCity, dem Vorplatz des ehemaligen Hannoverschen Bahnhofs.

Einblicke in die Ausstellung