Deportation nach Belzec

Deportation nach Belzec

Am 16. Mai 1940 nahm die Kriminalpolizei in Norddeutschland hunderte Roma und Sinti fest und internierte sie im Fruchtschuppen C am Magdeburger Hafen. Am 20. Mai 1940 wurden bis zu 1000 Personen (554 aus Hamburg sowie bis zu 450 aus Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen) in der ersten Deportation vom Hannoverschen Bahnhof nach Belzec verschleppt. Dieses Lager lag im 'Generalgouvernement', dem von den Deutschen besetzten östlichen Teil Polens.

In Belzec waren bereits einige hundert Juden und polnische Roma interniert. Die Neuankömmlinge mussten schwere Zwangsarbeit leisten und wurden notdürftig in Schuppen untergebracht. Die Ernährung war völlig unzureichend, die Todesrate sehr hoch.

Im Juli 1940 wurden die Überlebenden ins ehemalige Zuchthaus Krychow verlegt. Die dort internierten Frauen, Männer und Kinder mussten unter SS-Bewachung schwerste Zwangsarbeit bei der Moorentwässerung und Kanalisierung leisten.

Im Verlauf des Winters wurden die Roma und Sinti sich selbst überlassen. Viele starben an Kälte, Unterernährung oder unbehandelten Krankheiten. Manche versuchten sich unter hohen Risiken zurück ins Deutsche Reich durchzuschlagen. Etliche Überlebende wurden im Laufe des Jahres 1941 ins Ghetto Siedlce gesperrt. Andere überlebten im Untergrund oder wurden verhaftet und ins Ghetto Warschau oder nach Auschwitz-Birkenau deportiert.

Gottfried Weiß, geboren am 19. November 1928, wurde mit seiner Familie im Mai 1940 nach Belzec deportiert. Von dort aus wurde er nach Krychow eingeliefert, später verschleppte man ihn ins Ghetto Warschau. Nach kurzer Flucht mit Familienangehörigen aus dem Ghetto Warschau wurde er verhaftet und über einige Stationen ins KZ Bergen-Belsen eingeliefert. Dort erlebte Gottfried Weiß die Befreiung durch britische Truppen.


vergrößern Gottfried Weiß Gottfried Weiß (links), seine Geschwister und Eltern (Bild: Privatbesitz) »» Anhören: Interview mit Gottfried Weiß

(Interview: Forschungsstelle für Zeitgeschichte/Werkstatt der Erinnerung)

Gottfried Weiß, geboren am 19. November 1928, wurde mit seiner Familie im Mai 1940 nach Bełżec deportiert. Von dort aus wurde er nach Krychow eingeliefert, später verschleppte man ihn ins Ghetto Warschau. Nach kurzer Flucht mit Familienangehörigen aus dem Ghetto Warschau wurde er verhaftet und über einige Stationen ins KZ Bergen-Belsen eingeliefert. Dort erlebte Gottfried Weiß die Befreiung durch britische Truppen.