Deportationen nach Theresienstadt

Deportationen nach Theresienstadt

Die NS-Führung bestimmte im November 1941 die ehemalige Garnisonsstadt Theresienstadt, die 60 km nördlich von Prag liegt, als Ghetto für die Juden aus Böhmen und Mähren. Ab Juli 1942 nutzte sie Theresienstadt auch als „Altersghetto“ für deutsche und österreichische Juden. Am 15. und 19. Juli 1942 schickte die Hamburger Gestapo die ersten von insgesamt elf Transporten nach Theresienstadt. Der letzte Transport nach Theresienstadt verließ Hamburg im Februar 1945.

Viele der Juden, die nach Theresienstadt deportiert wurden, waren alt, doch befanden sich auch jüngere Familien und Kinder unter ihnen. Gelegentlich durfte die Jüdische Gemeinde den Transporten Arbeitsgeräte mitgeben. Der Schein sollte aufrecht erhalten werden, dass die Menschen zur 'Umsiedlung' in den Osten geschickt wurden. 


Die NS-Führung nutzte Theresienstadt durch verschiedene Maßnahmen propagandistisch als 'Musterghetto'. Viele Künstler und Intellektuelle waren dort inhaftiert. Trotz der unmenschlichen Lebensumstände entwickelte sich ein vielfältiges kulturelles Leben. Theresienstadt war aber auch Durchgangslager für unzählige Häftlinge, die in die Vernichtungslager im Osten verschleppt und dort ermordet wurden. Die Deportationszüge kamen in der Ortschaft Bauschowitz an, da das Ghetto Theresienstadt selbst bis Sommer 1943 keinen Bahnanschluss hatte. Die Häftlinge mussten die drei Kilometer zum Ghetto Theresienstadt zu Fuß und unter Bewachung zurücklegen.


vergrößern Ruth Geistlich Lieselotte, Asta mit Dorit sowie Esther und Ruth Geistlich (von links nach rechts) am Tag ihrer Deportation 7. März 1943 (Bild: Privatbesitz) »» Ansehen: Video: Interview mit Ruth Dräger, geb. Geistlich, 13. September 2007, Länge: 4:30 Min.

(Video: Forschungsstelle für Zeitgeschichte/Werkstatt der Erinnerung)