Erinnern an die Deportierten aus Hamburg und Norddeutschland 1940 bis 1945


Lohseplatz. Hannoverscher Bahnhof, Geschichte, Stadtgeschichte

Heute erstreckt sich der Lohsepark vom SPIEGEL-Gebäude im Norden bis zum Baakenhafen im Süden. Dort stand einst der Hannoversche Bahnhof, der 1872 eingeweiht worden war. Zwischen 1940 und 1945 wurden mehr als 8.000 aus Hamburg und Norddeutschland stammende Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti sowie Romnja und Roma von Hamburg aus, insbesondere über den ehemaligen Hannoverschen Bahnhof, deportiert. Sie kamen in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager in die deutsch besetzten Gebieten nach Belzec, Litzmannstadt/Lodz, Minsk, Riga, Auschwitz und Theresienstadt. Die meisten von ihnen wurden ermordet.

Über aktuelle Veranstaltungen können Sie sich direkt auf der Seite der Gedenkstätte informieren: https://hannoverscher-bahnhof.gedenkstaetten-hamburg.de/de.

Das denk.mal Hannoverscher Bahnhof

vergrößern denk.mal Hannoverscher Bahnhof Die Namenstafeln sind den deportierten Juden, Sinti und Roma gewidmet. (Bild: Miguel Ferraz / HafenCity Hamburg GmbH)

Am historischen Ort entsteht bis 2023 im und am Lohsepark das aus drei Elementen bestehende denk.mal Hannoverscher Bahnhof.

Der Gedenkort: Bahnsteig und "Fuge"

vergrößern denk.mal Hannoverscher Bahnhof Besucherin in der "Fuge" des Gedenkortes (Bild: HafenCity Hamburg GmbH / Franziska Husung)

Neben dem 2017 eingeweihten zentralen Gedenkort am unter Denkmalschutz stehenden Relikt des Bahnsteigs 2 umfasst das Gedenkensemble als zweiten Ort die sogenannte „Fuge“, die vom ehemaligen Bahnhofsvorplatz (Lohseplatz) entlang dem historischen Gleisverlauf bis hin zum Bahnsteig durch den Park führt. Am Gedenkort erinnern zwanzig Steintafeln an die Namen der Deportierten.

Dokumentationszentrum

vergrößern das geplante Dokumentationszentrum im Erdgeschoss eines rechteckigen Neubaus Geplantes Dokumentationszentrum (Bild: Wandel Lorch Architekten, 2019)

​​​​​​​2023 wird ein Dokumentationszentrum, mit einer Fläche von circa 800 Quadratmetern für Ausstellungs- und Veranstaltungsräume, in direkter visueller Beziehung zum historischen Gedenkort auf der Westseite des Parks eröffnet.
Kernelement des Dokumentationszentrums wird eine von einem Kuratoren-Team der KZ-Gedenkstätte Neuengamme entwickelte Dauerausstellung zum Schicksal der deportierten norddeutschen und Hamburger Bürgerinnen und Bürger sein. Eine wichtige Grundlage hierfür bildet die von der Historikerin Dr. Linde Apel 2009 konzipierte temporäre Dokumentation „In den Tod geschickt“, die seit Herbst 2013 in Ausschnitten im Info-Pavillon „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“  auf dem Lohseplatz zu sehen ist.

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