Geschichte des ehemaligen Hannoverschen Bahnhofs


Lohseplatz. Hannoverscher Bahnhof, Geschichte, Stadtgeschichte

Als Großprojekt geplant, sollten die Trassen des Bahnhofs 1872 von Hamburg nach Paris und St. Petersburg führen. Tatsächlich verband er Hamburg mit Hannover, dem Ruhrgebiet und Cuxhaven, weshalb er ab 1892 Hannoverscher bzw. Hannöverscher Bahnhof genannt wurde. 

Der Hannoversche Bahnhof, der zunächst Pariser und Venloer Bahnhof hieß, wurde seit seiner Eröffnung im Jahr 1872 unterschiedlich genutzt: In den Anfangsjahren wurden hier Auswanderer, die sogenannten Zwischendecker, und Rückwanderer, die nach mehrjährigem Aufenthalt in den USA in ihre Heimatländer zurückkehrten, abgefertigt. Als Personen- und Güterbahnhof verband er Hamburg mit dem Süden. 

1906 löste ihn der neu eröffnete Hamburger Hauptbahnhof als Personenbahnhof ab. Der Hannoversche Bahnhof fungierte nun vor allem als Güterbahnhof. Außerdem diente er als Kapazitätsreserve. Da der Hannoversche Bahnhof in den 1920er-Jahren baufällig wurde, wurden 1932 Teile abgerissen.

In den Jahren 1940 bis 1945 wurde der Bahnhof zum Deportationsbahnhof. Ein großer Teil der insgesamt mehr als 8.000 aus Hamburg deportierten Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti sowie Romnja und Roma wurden von hier aus in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager  verschleppt. Ab Juli 1943 wurden Gebäude und Gleisanlagen durch Bombenangriffe teilweise zerstört.

Abriss des Hannoverschen Bahnhofs

Nach dem Zweiten Weltkrieg galt der Wiederaufbau des Empfangsgebäudes als nicht lohnenswert. Ab 1950 wurde der Bahnhof zum Hauptgüterbahnhof. Teile des Bauwerks wurden 1955 und 1981 abgerissen, die restlichen Schuppengebäude dienten Speditionszwecken.

Mit der Entscheidung für die Entwicklung der HafenCity wurden die Orte, der ehemalige Hannoversche Bahnhof und sein Vorplatz, der Lohseplatz, in der HafenCity wieder stärker als öffentliche Orte wahrgenommenen.

Der Bahnhof als Deportationsbahnhof