Wilhelm Gustav Paul Everding

Wilhelm Gustav Paul Everding

Geboren am 25. Juni 1890 in Altona. Nach seiner 1905 begonnenen Lehre in einer Hamburger Getreidefirma bis 1939 als Expedient in verschiedenen Firmen tätig. 1930 bis 1936 erwerbslos; NSDAP Mitglied seit Mai 1933 (Zellenleiter 1938-1943), seit Juni 1933 Mitglied der SA (Scharführer seit 1936). Im Oktober 1939 trat er als Büroangestellter in den Dienst der Hamburger Kriminalpolizei, ab März 1940 war er Sachbearbeiter in der 'Zigeunerdienststelle' sowie im Außendienst, d. h. vor Ort in den Wohnungen bzw. auf den Lagerplätzen tätig. Everding war an einer Reihe von Verhaftungen von Roma und Sinti am 16. Mai 1940 und ebenso wie vor der Deportation nach Auschwitz am 11. März 1943 an deren Registrierung im Fruchtschuppen beteiligt. Er bereitete die Deportation von 26 Sinti nach Auschwitz am 18. April 1944 vor und begleitete den Transport.

Ebenso wie sein Vorgesetzter Kurt Krause stellte Everding Hamburger Roma und Sinti in der frühen Nachkriegszeit Bescheinigungen über ihre Verschleppung in Konzentrationslager aus. Am 31. Dezember 1945 wurde Everding vom Chef der Hamburger Polizei Bruno Georges aus dem Dienst entlassen. In einer Mitteilung des Personalamtes der Polizei Hamburg an das Wohnungsamt, Abt. Eppendorf-Winterhude, vom 18. November 1946 hieß es: „E. wurde auf Anordnung der Britischen Militärregierung festgenommen unter den Beschuldigungen, Übergriffe begangen, Auswahl zur Verschickung von Zigeunern in KZ-Haft getroffen und unter Versprechungen Schmucksachen von Zigeunern erpreßt zu haben.“

Im 'Hinselmann-Prozess' zu drei Jahren Haft verurteilt, im März 1949 nach Begnadigung vorzeitig entlassen. Sein Entnazifizierungsverfahren endete im Februar 1950 mit der Einstufung in Kategorie IV ('Mitläufer'), die zum 1. Juli 1950 in Kategorie V ('entlastet') umgewandelt wurde. Everding starb am 14. Juni 1965.